Das Paschinger Gemeindewappen
Obwohl das Wappen als Gemeinschaftssymbol bis ins 12. Jahrhundert zurückgeht, sind viele österreichische Gemeinden erst sehr spät zu ihrem Wappen gekommen, nur Städte und Märkte führten bereits jahrhundertelang ein Hoheitszeichen, mit dem offizielle Schriftstücke gesiegelt wurden. Gemeinden, die erst nach Aufhebung der Grundherrschaft errichtet wurden, blieben oft bis in die jüngste Zeit ohne charakteristisches Zeichen. Erst Anfang der 1970er-Jahre wurde es üblich, das Selbstbild einer kulturbewussten Gemeinde mit dem Anspruch auf ein eigenes Wappen zu verbinden, in dem so etwas wie die Corporate Identity einer Kommune zum Ausdruck kommen sollte.
In der oberösterreichischen Gemeindeordnung von 1979 wurde die Verleihung von Gemeindewappen einheitlich geregelt. Pasching gehörte damals zu den letzten Gemeinden im Bezirk Linz-Land, die noch über kein eigenes Wappen verfügten. Erst ein Gemeinderatsbeschluss leitete die Erstellung eines Wappens in die Wege, wobei sich der damalige Gemeindevorstand Fritz Brunner in seiner Funktion als Vorsitzender des Sport- und Kulturausschusses der Aufgabe annahm. Eine 1968 beschlossene gesamtösterreichische Wappenrichtlinie sah vor, dass der Entwurf des Gemeindewappens die lokale Geschichte sowie die wirtschaftliche und verwaltungsmäßige Stellung der Gemeinde innerhalb des Bundeslandes zum Inhalt haben solle. Gemeinsam mit Prof. Herbert Erich Baumert, einem Spezialisten für Heraldik in Oberösterreich, orientierte sich Brunner an historischen, markanten Bezugspunkten, die im Wappen von Pasching integriert werden sollten, die grafische Umsetzung sollte möglichst einfach, plakativ und ebenso unverwechselbar sein. Man einigte sich darauf, dass das Wappen den agrarischen Charakter der Gemeinde, die Eisenbahn als bestimmenden Verkehrsweg und die Bedeutung als Zufluchtsort für zahlreiche Heimatvertriebene zum Ausdruck bringen sollte.
Beschreibung des Wappens
Der grüne Hintergrund symbolisiert die Paschinger Landwirtschaft, zugleich soll Grün als die Farbe der Hoffnung und des Wachstums an die Aufbautätigkeit der Heimatvertriebenen erinnern, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Großraum Linz und besonders in Pasching ein neues Zuhause fanden.
Der golden-gelbe Schräglinksbalken mit dem Schienenstrang erinnert an die Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden (1827–1872), die einst als erste Eisenbahnlinie auf dem europäischen Festland durch Wagram führte, ebenso an die Westbahn, die seit dem Jahr 1859 auf einer Länge von 2,5 km Pasching durchschneidet. Die gespaltene rot-silberne Scheibe ist ein Ausschnitt aus dem Wappen der Aczpekh, einem im 14. Jahrhundert in den Ortschaften Aistenthal und Thurnharting angesiedelten Ritter- und Pflegergeschlecht.
Das Ochsenhorn mit Grind stellt zum einen wiederum eine Verbindung zur Landwirtschaft her, indem es den Ochsen als Arbeitstier symbolisiert, zum anderen verweist es auf die „Ochsenstraße“, einen vermutlich schon in vorrömischer Zeit angelegten, durch Pasching führenden Straßenzug.


